Aktionärsbrief

Umsatz und Gewinn gesteigert

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2016 war dreigeteilt: Auf ein sehr dynamisches erstes Halbjahr folgte ein schwächeres drittes Quartal. Ab November zog dann die Nachfrage wieder an. Insgesamt wuchs der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 6.2 % auf CHF 746.6 Mio. Die Geschäftsbereiche Fiberoptik und Hochfrequenz wuchsen zweistellig (+19.0 % beziehungsweise +12.5 %), während der Auftragseingang in der Niederfrequenz wegen der tiefen Nachfrage im Bahnmarkt markant schrumpfte (–14.2 %).

Der Umsatz stieg auf CHF 737.2 Mio. (+ 4.4 %). Organisch, das heisst ohne Währungs-, Kupfer- sowie Portfolioeinfluss, betrug das Umsatzwachstum 3.8 %. Am stärksten wuchs der Umsatz des Geschäftsbereichs Fiberoptik mit einem Plus von 8.9 %. Die Hochfrequenz zeigte mit einem Wachstum von 6.3 % eine ebenfalls sehr erfreuliche Entwicklung. Im Geschäftsbereich Niederfrequenz konnte das markante Wachstum im Automobilmarkt den Rückgang im Bahnmarkt nicht kompensieren, weshalb der Umsatz um 3.3 % abnahm.

Die EBIT-Marge wuchs um 1.4 Prozentpunkte auf 8.8 % und erreichte damit das obere Ende des mittelfristigen Zielbands von 6–9 %. Der Konzerngewinn von CHF 49.1 Mio. war fast doppelt so hoch wie im Vorjahr (CHF 24.7 Mio.). Das entspricht einer Umsatzgewinnrate von 6.7 %. Trotz der Akquisition von Polatis im Juni 2016 war der freie operative Cashflow (CHF 19.5 Mio.) positiv.

Weltweit stieg die Anzahl der festangestellten Mitarbeitenden um 382 auf 4031 (3810 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt). Der Grund für diese Entwicklung waren der Ausbau der Produktionskapazität in Polen und Tunesien sowie die Akquisition von Polatis. In der Schweiz ist die Anzahl der festangestellten Mitarbeitenden leicht um 21 auf 1250 gesunken. Mit der Besetzung von drei Konzernleitungspositionen wurden wichtige Weichen gestellt. Der CEO-Nachfolger wurde dabei ebenso aus den eigenen Reihen rekrutiert wie die beiden neuen Mitglieder des Gremiums.

Kommunikationsmarkt als Wachstumsträger, Transport und Industrie behaupten sich in etwa auf Vorjahresniveau

Der Umsatz im Kommunikationsmarkt stieg um 9.4 % auf CHF 372.6 Mio. Der Auftragseingang wuchs noch kräftiger um 21.2 % auf CHF 390.4 Mio. Die Gründe für diese rasante Entwicklung waren vielfältig: Bei den grossen Kommunikationsausrüstern konnte HUBER+SUHNER deutlich Marktanteile gewinnen und in der Anwendung Fiber-to-the-Antenna blieb das Unternehmen weiterhin auf Erfolgskurs. Die Geschäftseinheit Cube Optics trug zudem wesentlich zum Wachstum bei.

Im Transportmarkt erreichte der Umsatz knapp das Vorjahresniveau (CHF 198.5 Mio., –1.8 %). Der Auftragseingang lag dagegen deutlich tiefer als 2015 (CHF 187.4 Mio., –11.8 %). Ursache dieser unbefriedigenden Entwicklung war eine verhaltene Nachfrage im Bahnmarkt. Positiv entwickelte sich dagegen der Teilmarkt Automotive mit einem deutlich höheren Umsatz und einigen vielversprechenden Kundenprojekten, welche mittelfristig für weiteres Wachstum sorgen werden.

Umsatz und Auftragseingang in den industriellen Hightech-Nischen stiegen leicht (Umsatz: CHF 166.1 Mio., +1.5 %; Auftragseingang: CHF 168.8 Mio., +0.4 %). Ohne den Verkauf der Geschäftseinheit Composites Ende 2015 wäre das Wachstum um jeweils rund zwei Prozentpunkte höher ausgefallen. Positiv entwickelte sich die Ende 2012 akquirierte HUBER+SUHNER Astrolab und beflügelte das Marktsegment Luft-, Raumfahrt und Verteidigung. In diesem Teilmarkt vergrösserte sich ausserdem die Pipeline erfolgversprechender Kundenprojekte.

Geschäftsbereich Hochfrequenz: deutlich mehr Neuaufträge

Mit einer Umsatzsteigerung um 6.3 % auf CHF 219.7 Mio. ist die Hochfrequenz auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Noch erfreulicher als der Umsatz entwickelte sich der Auftragseingang (CHF 226.4 Mio., +12.5 %). Zusätzlich zeigten die nach der starken Aufwertung des Schweizer Frankens umgesetzten Massnahmen die erwartete Wirkung: Die EBIT-Marge erreichte attraktive 12.5 %, was einer Steigerung um zwei Prozentpunkte entspricht. Grund für diese starke Entwicklung in der Hochfrequenz waren vor allem Marktanteilgewinne im Geschäft mit den grossen Kommunikationsausrüstern, der Ausbau der Marktführerschaft bei den Leiterplattenverbindern sowie Fortschritte im Marktsegment Luft-, Raumfahrt und Verteidigung.

Geschäftsbereich Fiberoptik: bestes Ergebnis der Firmengeschichte

Der Umsatz in der Fiberoptik wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 8.9 % auf CHF 305.7 Mio. Der Auftragseingang (CHF 322.3 Mio.; +19.0 %) übertraf den Umsatz markant. Auch die EBIT-Marge verbesserte sich noch einmal um 0.3 Prozentpunkte auf 12.6 %. Hinter diesem Erfolg stecken gesteigerte Marktanteile im Geschäft mit den grossen Kommunikationsausrüstern. Die im Oktober 2014 akquirierte HUBER+SUHNER Cube Optics trug zudem spürbar zum Umsatzwachstum und zur Profitabilität bei. Das Geschäft rund um die Einführung des LTE-Mobilfunkstandards konnte dank geografischer Diversifikation 2016 das hohe Niveau halten. Die Akquisition von Polatis, dem Technologieführer im Bereich «All optical Switches» (reinoptische Umschaltmatrix), hat die Position und die Perspektiven im Marktsegment Rechenzentren zusätzlich gestärkt.

Geschäftsbereich Niederfrequenz: Erfolge im Segment Automotive konnten schwächelnden Bahnmarkt nicht kompensieren

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Niederfrequenz ging im Vergleich zum Vorjahr leicht (–3.3 %), der Auftragseingang deutlich zurück (–14.2 %). Mit 1.8 %, +0.7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, blieb auch die EBIT-Marge unbefriedigend. Gründe für den Einbruch des Auftragseingangs im Bahnmarkt waren eine tiefe Nachfrage nach Kabelsystemen aus den wichtigen Ländern Europas sowie verzögerte Aufträge in China. Die unbefriedigende EBIT-Marge hatte mehrere Ursachen. Das Kabelsystemprojekt für die SBB-Twindexx-Züge verursachte grössere Probleme und nicht vorhersehbare Zusatzkosten im zweiten Halbjahr. Das Projekt ist inzwischen wieder auf Kurs. Schliesslich leistete der Geschäftsbereich grosse Vorinvestitionen im Bereich der Elektromobilität, die mittelfristig gute Wachstumsperspektiven verspricht.

Personelle Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Konzernleitung

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung vorschlagen, Urs Kaufmann, den langjährigen CEO, zum Präsidenten des Verwaltungsrats zu wählen. Beat Kälin, der diese Aufgabe 2015 für maximal zwei Jahre übernommen hatte, bleibt Mitglied des Verwaltungsrats und soll Vizepräsident werden. Vom 1. April 2017 an führt Urs Ryffel die HUBER+SUHNER Gruppe als CEO. Der Geschäftsbereich Fiberoptik, den er seit 2007 leitete, wurde zum 1. Oktober 2016 in die Bereiche «Mobile Communication & Industry» sowie «Fixed Networks & Data Center» aufgegliedert. Deren Leiter, Fritz Landolt und Martin Strasser, sind seit dem 1. Januar 2017 Mitglieder der Konzernleitung.

Risikomanagement

An seiner Sitzung vom 5. Dezember 2016 hat der Verwaltungsrat im Rahmen des kontinuierlichen Risikomanagements die unternehmerischen Risiken beurteilt und den Risikobericht 2016 mit entsprechenden Massnahmen verabschiedet.

Dividende

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, die Dividende von CHF 1.00 pro Aktie im Vorjahr auf CHF 1.25 anzuheben. Das entspräche einer Ausschüttungsquote von 50 %.

Ausblick

Dank dem gegen Ende 2016 anziehenden Auftragseingang ist HUBER+SUHNER gut ins Geschäftsjahr 2017 gestartet. Die grossen Chancen in den Zielmärkten Kommunikation, Transport und Industrie sind innerhalb der bewährten 3×3-Strategie intakt. Wachstumstreiber sind weiterhin der Hunger nach Bandbreite, die exponentiell wachsende Menge an transportierten und gespeicherten Daten, das Bedürfnis der wachsenden urbanen Bevölkerung nach umweltfreundlicher Mobilität sowie der fortgesetzte Technologiewandel und Innovationsbedarf in den Hightech-Nischen. Obwohl sich die Entwicklung der Weltwirtschaft wegen der politischen und makroökonomischen Risiken nur schwer einschätzen lässt, rechnet HUBER+SUHNER für das Jahr 2017 damit – bei ähnlichen Wechselkursen wie 2016 – auf Wachstumskurs zu bleiben und die EBIT-Marge auf dem attraktiven Niveau zu halten.

Vielen herzlichen Dank

Den Mitarbeitenden dankt HUBER+SUHNER für ihren grossartigen Einsatz und Beitrag zum positiven Geschäftsverlauf. Der Dank geht auch an alle Aktionäre, Kunden und Lieferanten für ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Dr. Beat Kälin
Präsident des Verwaltungsrates
Urs Kaufmann
Delegierter des Verwaltungsrates und CEO

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